Mittwoch, 31. Juli 2019

Veränderte Energieauditpflicht: Unternehmen mit geringem Energieverbrauch sollen zukünftig verschont werden


Nach dem Änderungsbeschluss des Bundestages über das EDL-G am 27. Juni 2019 (vgl. Gesetzentwurf: dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/097/1909769.pdf) sollen Unternehmen mit einem Gesamtenergieverbrauch von unter 500.000 Kilowattstunden in Zukunft von der Energieauditverpflichtung nach §§ 8 ff. EDL-G befreit sein.

Seit April 2015 verpflichtet das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) alle großen Unternehmen (Nicht-KMUs) zu Energieaudits. Nach EU-Definition sind große Unternehmen – auch Nicht-KMU genannt – dazu verpflichtet, alle vier Jahre ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 durchzuführen. Von der Auditpflicht befreit sind bisher Unternehmen, die bereits erfolgreich ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 oder ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem eingeführt haben.

Damit ist die Bundesregierung den Vorgaben der EU durch die Energieeffizienzrichtlinie 2012/27/EU nachgekommen. Für viele Unternehmen mit geringem Energieverbrauch stand die Durchführung eines Energieaudits bisher aber meist in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zu den erwarteten Energieeinsparungen.

Hierauf wurde reagiert. Es sollen deshalb zukünftig weniger energieintensive Unternehmen, bis zu einem Gesamtenergieverbrauch von 500.000 kWh, von der Energieauditpflicht ausgeklammert werden. Anstelle eines vollumfänglichen Energieaudits, sollen diese lediglich eine Art „Mini-Audit“ durchführen müssen. Dabei werden ausgewählte Basisdaten zu Energieverbrauch und Energiekosten über eine nicht öffentliche Onlinemaske an die zuständige Behörde, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), gemeldet. Die Unternehmen erhalten daraufhin Informationen zu möglichen Einsparpotentialen und Förderprogrammen für Energieeffizienz.

Die Übermittlungspflicht der Basisdaten soll mit Inkrafttreten der Novelle ebenfalls für alle energieintensiven Nicht-KMUs gelten. Die anzugebenden Daten sollen aber auch durch den Energieauditor im Namen des auditierten Unternehmens gemeldet werden können.

Am 20. September 2019 berät der Bundesrat über die Änderungen. Inkrafttreten sollen die Änderungen im Oktober 2019.